Ausgabe 3/2017

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Was hat „religiöse Spiritualität“ in professioneller Beratungsarbeit und Therapie zu suchen? „Wenig, aber nicht nichts“ betont Hilarion G. Petzold und stellt integrative Perspektiven und „Positionen“ in seinem Aufsatz Religiöse Spiritualität in professioneller Beratungsarbeit und Therapie zur Diskussion. Er nimmt damit zu einer Debatte Stellung, die in der österreichischen Szene der gesetzlich durch ein Beratungsgesetz geregelten Beratungsprofession der LebensberaterInnen aufgekommen ist und die sich damit auseinandersetzt, ob religiöse Spiritualität ein Ansatz für professionelle Beratungsarbeit sein kann oder sein sollte. Der Autor vertritt die Position, dass religiöse Fragen in die Hände von SeelsorgerInnen gehören. Psychosoziale Beratung und professionelle Lebenshilfe sollten von ExpertInnen der helfenden Berufe geleistet werden, die ihr Handeln idealerweise sozialwissenschaftlich, psychologisch und neurowissenschaftlich fundieren, durch evidenzbasierte Beratungs- und Therapieforschung absichern und säkulare Formen „intellektuellen und geistigen Lebens“, z. B. humanitäre, zivilgesellschaftliche, ökologische Wertetheorien einbeziehen. Hier liegen die Grundlagen moderner Lebensberatung. Religiös-spirituelle Konzepte stehen in Gefahr einer problematischer Deutungsmacht, denn sie entziehen sich der wissenschaftlichen Überprüfbarkeit. Sie sind eine „Sache persönlichen Glaubens“, der Respekt verdient, sofern er nicht fundamentalistisch-militant entgleist oder „Guru-Gehabe“ Vorschub leistet. Professionelle Lebensberatung muss von wissenschaftlichen Konzepten, evidenzbasierter Wirksamkeitsforschung sowie einer grund- und menschenrechtlich abgesicherten „Beratungsethik“ unterfangen werden. Nur das gibt ihr die Legitimation mit Menschen so zu arbeiten, dass ihre Integrität gesichert ist und sie konstruktive Lebenshilfe erhalten.

Gerhard Ernst Wildbichler lädt in seinem Artikel Denn alle Lust will Ewigkeit – Volksdroge Alkohol – Vom Ausstieg aus der Abhängigkeit zu einem zufriedenen Leben in Abstinenz ein, ihn auf eine Reise durch die „Welt der Süchte“ zu begleiten. Dabei geht es ihm darum Antworten auf die Frage zu erhalten, ob Vorsorgemaßnahmen, Begleitungen während Krankheitsverläufen und Nachbetreuungen von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen (in erster Linie von Alkohol) wichtige Beiträge zu einem zufriedenen Leben in möglichst stabiler Abstinenz sein können und welchen Raum dabei die psychosoziale Beratung einnehmen kann.

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