»Unter der Gürtellinie ist tote Hose«
Sexualpädagogisches Verweisungswissen in der Ausbildung psychosozialer Fachkräfte – Kommentar
DOI:
https://doi.org/10.30820/1437-3181-2026-1-45Schlagworte:
Sexualpädagogik, Verweisungswissen, psychosoziale Ausbildung, sexuelle Gesundheit, Öffentliches GesundheitswesenAbstract
Trotz völkerrechtlich anerkannter sexueller Rechte und der Allgegenwart von Sexualität in psychosozialen Handlungsfeldern im Sinne des IPPF bleibt das Thema in der Qualifizierung deutscher Fachkräfte randständig (IPPF, 2008). Dieser Kommentar beleuchtet die strukturelle Sprachlosigkeit in Curricula der psychosozialen Berufe (u. a. Sozialen Arbeit, Kindheitspädagogik sowie der Erzieher*innenausbildung) und argumentiert, dass fehlendes sexualpädagogisches Verweisungswissen (Kapitel 4) eine folgenreiche Leerstelle an der Schnittstelle zum öffentlichen Gesundheitswesen darstellt. Fehlen Fachkräften sprachliche Sicherheit, Indikationssensibilität und Wissen über Hilfesysteme, werden sexualitätsbezogene Anliegen weder eingeordnet noch professionell erarbeitet, und der Zugang zu sexualund paartherapeutischen Angeboten erschwert sich systemisch. Der Beitrag plädiert für eine curriculare Verankerung, die Sexualität nicht primär unter Gefahrenabwehr, sondern als integrale Dimension von öffentlicher Gesundheit, Selbstbestimmung und professioneller Beziehungsgestaltung versteht.
Zitationsvorschlag
Hierholzer, S. (2026). »Unter der Gürtellinie ist tote Hose«: Sexualpädagogisches Verweisungswissen in der Ausbildung psychosozialer Fachkräfte – Kommentar. Beratung Aktuell, 27(1), 45–54. https://doi.org/10.30820/1437-3181-2026-1-45
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