Die Fachgesellschaft für integrative Beziehungs- und Sexualtherapie und -beratung (FiBS) stellt sich vor

Beratung aktuell, 27(1), 2026, 91–93

https://doi.org/10.30820/1437-3181-2026-1-91

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CC BY-NC-ND 4.0

Am 09. Juli 2026 gründete sich die Fachgesellschaft für integrative Beziehungs- und Sexualtherapie und -beratung (FiBS). Dreißig Kolleg:innen aus Praxis, Lehre und Forschung erklärten ihren Beitritt als Gründungsmitglieder, verabschiedeten die Satzung, die Ethikrichtlinie und die Zertifizierungsordnung der neuen Gesellschaft und wählten ihren Vorstand, den Vorstandsvorsitz sowie die Besetzung der Ethikkommission.

Die FiBS ergänzt das Feld der Paar- und Sexualtherapie und -beratung als schulenübergreifende Fachgesellschaft in inklusiver, humanistischer und pluralistischer Tradition. Sie schließt eine thematische und paradigmatische Lücke im deutschsprachigen Raum, indem sie erstmals die Themen (Paar-)Beziehungen und Sexualität vereint und sich zudem schulenübergreifend positioniert. Die FiBS bietet eine Heimat für Fachleute, die bisher keine Plattform für Austausch hatten, und strebt an, sich als inklusiver Knotenpunkt für die Vernetzung von Themen (Arten und Vielfalt von Beziehung und Sexualität), Feldern (Beratung, Therapie, Supervision und Lehre) sowie den dazugehörigen Fachgesellschaften zu etablieren. Mit der Zertifizierungsordnung positioniert sich die Gesellschaft in einem zunehmend heterogenen und diversifizierten Markt der Paar- und Sexualtherapie/-beratung. Ziel ist es, eine klare Orientierung und damit einen transparenten Qualitätsstandard in diesen Berufsfeldern und in der Gesundheitsversorgung zu schaffen. FiBS setzt sich als Fachgesellschaft dafür ein, dass ausbildende Lehrende und Institutionen einen kontinuierlichen, anwendungsbezogenen Lernprozess ermöglichen. Damit werden bereits die aus mehreren Gesellschaften und Verbänden geäußerten Bedenken gegen eine Fragmentierung dieses Berufsfeldes beantwortet, etwa durch überwiegend digitale und zunehmend modularisierte Angebote.

Die geplante Zertifizierung umfasst vier Qualifizierungsstufen mit Beratung, Therapie, Lehre und Supervision und erweitert damit die bestehende Landschaft durch eine Ordnung, die breiter zugänglich und nicht an ein einzelnes Therapieschulen-Paradigma gebunden ist und zugleich hohe Qualitätsansprüche verfolgt. Dies bringt verschiedene Ansätze zusammen und ist beispielsweise auch für Fachkolleg:innen anschlussfähig, die im Ausland ausgebildet sind.

Ein weiteres Ziel der FiBS ist die fachliche Qualitätsentwicklung des Feldes durch den Austausch verschiedener paar- und beziehungstherapeutischer Perspektiven. Hierzu gehört der Blick auf aktuelle Entwicklungen wie neue Paar- und Familienformen, parasoziale Einflüsse und deren Bedeutung für Beziehung und Sexualität sowie die Einbeziehung von KI. Auch querschnittliche Themen wie machtsensible und diskriminierungskritische Beratung und Therapie können hierdurch weiterentwickelt werden. Gerade praxisorientierten Kolleg:innen soll im Sinne eines Wissenstransfers der Zugang zu diesem Diskurs und zur evidenzbasierten Wissenschaft im Feld innerhalb einer von Teilhabe geprägten Fachgesellschaft ermöglicht werden. Beabsichtigt ist, dass FiBS über ein Ethikgremium entsprechende Ethikvoten für Praxisforschung vergibt und diese auch dort prüft, wo keine Anbindung an eine universitäre Ethikkommission besteht.

Die FiBS verkennt nicht die Trennlinien zwischen Beratung und (Psycho-)Therapie. Sie möchte jedoch die Verbindung zwischen diesen Bereichen, die auch in der Praxis oft Hand in Hand arbeiten (sollten), stärken, z. B. durch Kooperationen mit Beratungsstellen(-verbänden) und deren Ausbildungsprogrammen. Sie versteht sich als ergänzende Perspektive im Feld der Gesundheitsversorgung und lädt andere Akteur:innen zur Zusammenarbeit ein. Eine solide Kooperation soll dabei systematisch aufgebaut werden, indem der Austausch mit anderen Verbänden und Fachgesellschaften von Beginn an gesucht, aufgebaut und regelmäßig in kollegialer Weise gepflegt wird.

Der Vorstand der FiBS besteht aus Friederike von Tiedemann (Vorsitzende), Sonja Bröning (stellvertretende Vorsitzende), Holger Quandt (Schatzmeister) sowie Johanna Degen und Florian Meinhold.

Zu den Gründungsmitgliedern1 zählen Andreas Gloël, Andreas Jaszczuk, Ann-Marlene Henning, Carina Pflumm, Christoph Hutter, Eric Hegmann, Eva Kubitza, Florian Meinhold, Friederike von Tiedemann, Holger Quandt, Ingrid Lüke, Jan-Ole Schulz, Johanna Degen, Jonas Bamert, Jonas Wahl, Jörg Nitschke, Judith Gastner, Judith Lurweg, Julian Scheer, Lisa Göpfert-Dimanski, Magdalena Zidi, Martin Merbach, Mirjam Faust, Monika Wacker, Sabrina Schlachter, Sonja Bröning, Stefan Hierholzer und Vera Funke. An der Gründungsveranstaltung nahmen außerdem Christian Roesler und Nele Sehrt teil.

Die Ethikkommission setzt sich aus Eva Kubitza, Jonas Bamert, Johanna Degen, Lisa Göpfert und Vera Funke zusammen. Im Ethikausschuss, der als kontrollierendes und unterstützendes Organ fungiert, arbeiten Sabrina Schlachter, Stefan Hierholzer, Florian Meinhold, Sonja Bröning sowie ein noch zu bestimmendes externes Mitglied mit.

Unser Dank gilt allen, die die Gründung sorgfältig vorbereitet haben. Wir freuen uns, als Vorstand nun die Arbeit aufzunehmen. Interessierte für Mitgliedschaft und Zertifizierungen finden auf unserer Webseite (www.fibs-ev.org) alle wichtigen Informationen, sobald diese fertiggestellt ist.

Die FiBS blickt zuversichtlich auf den begonnenen Weg und lädt alle ein, ihn mitzugehen, um in unserem relevanten Berufsfeld für eine bessere Qualifizierung zu sorgen.

Florian Meinhold, Friederike von Tiedemann, Holger Quandt, Johanna L. Degen und Sonja Bröning

1 Außer beim Vorstand sind die Namen jeweils alphabetisch nach Vornamen sortiert und spiegeln keine hierarchische Ordnung wider.


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